Ein typisches Szenario: Zu Hause laufen nur drei Geräte (Handy, Notebook, Fernseher), Sie zahlen für einen schnellen Tarif, und abends lässt sich nicht einmal die E-Mail laden. Wenn Sie dann in die Router-Verwaltung schauen, finden Sie in Ihrem WLAN zehn, zwölf, manchmal mehr fremde Geräte. Sie kommen nach und nach dazu, Sie bemerken es jahrelang nicht, und der Router schuftet wie zur Stoßzeit, obwohl bei Ihnen nur ein Mensch sitzt.
Der Verdacht, dass sich jemand in Ihr WLAN einklinkt, ist häufiger, als Sie denken. Und meist ist es kein Hacker wie aus dem Film, sondern der Nachbar, der sich gesagt hat: „Warum zahlen, wenn es umsonst geht?” Schauen wir uns an, wie Sie ungebetene Gäste aufspüren und vor die Tür setzen.
Woran Sie einen Eindringling im WLAN erkennen
Das erste Anzeichen ist immer die Geschwindigkeit. Wenn Sie für 300 Mbit/s zahlen und abends nicht einmal die E-Mail öffnen können, stimmt etwas nicht. Aber eine Verlangsamung kann mehrere Ursachen haben — einen alten Router, Störungen von Nachbarn, oder eben jemanden, der Ihre Verbindung „mitbenutzt”.
Hier sind drei konkrete Anzeichen, die sich zu prüfen lohnen:
1. Das Internet wird zu festen Zeiten langsam
Wenn Ihr Internet vor allem abends zwischen sieben und zehn schlecht läuft, ist das verdächtig. Das ist die Zeit, in der alle zu Hause sind — auch die Nachbarn, die über Ihr WLAN Netflix streamen. Ist die Verlangsamung zufällig und unregelmäßig, liegt es eher an einer überlasteten Leitung Ihres Anbieters.
2. Das Datenvolumen ist schneller weg als sonst
Haben Sie einen Tarif mit begrenztem Datenvolumen und es ist plötzlich eine Woche früher aufgebraucht? Jemand lädt über Ihr WLAN Filme oder Spiele-Updates herunter. Ein einziges Spiele-Update auf einer PlayStation oder Xbox kann locker 50–100 GB groß sein — ein ungesichertes WLAN für die Zocker-Sessions des Nachbarn kann Ihren Tarif also über ein Wochenende leersaugen.
3. Der Router zeigt Aktivität, obwohl Sie offline sind
Das ist das aussagekräftigste Zeichen. Wenn Sie vor dem Fernseher sitzen und all Ihre Geräte aus oder im Ruhezustand sind, sollten die Lämpchen am Router kaum blinken. Leuchten und flackern sie wie wild, fließen Daten — und Sie wissen nicht, wohin.
Wie Sie herausfinden, wer in Ihrem WLAN ist
Am einfachsten schauen Sie direkt in den Router. Jeder Router hat eine Weboberfläche, die Sie über den Browser erreichen. Das ist nichts Kompliziertes, Sie schaffen es in fünf Minuten.
Schritt 1: Die IP-Adresse des Routers herausfinden
Unter Windows öffnen Sie die Eingabeaufforderung (drücken Sie Win+R, tippen Sie cmd und Enter). In das schwarze Fenster tippen Sie ipconfig und suchen die Zeile „Standardgateway”. Diese Zahl — meist 192.168.0.1 oder 192.168.1.1 — ist die Adresse Ihres Routers.
Auf einem Mac gehen Sie zu Systemeinstellungen > Netzwerk > WLAN > Details > Router.
Schritt 2: Am Router anmelden
Tippen Sie diese IP-Adresse in den Browser (Chrome, Edge, egal). Es erscheint eine Anmeldeseite. Wenn Sie die Zugangsdaten nie geändert haben, finden Sie sie auf dem Aufkleber an der Unterseite des Routers. Typischerweise ist es admin/admin oder admin/kein Passwort.
Falls Sie sich nicht anmelden können, weil jemand das Passwort geändert hat (etwa derjenige, der Ihnen den Router eingerichtet hat), müssen Sie den Router auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dazu gleich mehr.
Schritt 3: Die Liste der verbundenen Geräte finden
Jeder Hersteller versteckt das ein wenig anders, aber suchen Sie nach Reitern wie:
- DHCP Clients List
- Verbundene Geräte (Connected Devices)
- Netzwerkübersicht (Network Map)
- Heimnetzwerk > Verbundene Geräte
Sie sehen eine Tabelle mit allem, was gerade in Ihrem WLAN ist. Jedes Gerät hat dort:
- Eine IP-Adresse — vom Router vergeben
- Eine MAC-Adresse — eine eindeutige Hardware-Kennung (sieht aus wie 00:1A:2B:3C:4D:5E)
- Einen Gerätenamen — manchmal sprechend (etwa „iPhone-Peter”), manchmal nur das Modell (etwa „Xiaomi-Redmi”)
Schritt 4: Den Eindringling identifizieren
Jetzt kommt der Detektiv-Teil. Gehen Sie die Liste durch und fragen Sie bei jedem Eintrag: „Ist das meins?” Zählen Sie alles mit — Handys, Tablets, Notebooks, den Fernseher, die Spielkonsole, das Smart Home, den Drucker.
Alles, was Sie nicht kennen, ist verdächtig. Vor allem, wenn Sie Namen wie „Hannes-iPhone” sehen und bei Ihnen kein Hannes wohnt.
Hier ein Trick: Die ersten sechs Zeichen der MAC-Adresse verraten den Hersteller des Geräts. Wenn Sie „Samsung-Galaxy” sehen und zu Hause nur Apple-Geräte haben, ist die Sache klar. Im Internet gibt es Datenbanken für MAC-Adressen (suchen Sie einfach nach „MAC vendor lookup”), in die Sie die Adresse einfügen und den Hersteller sehen.
Wie Sie einen ungebetenen Gast aus dem WLAN werfen
Sie haben drei Möglichkeiten, von der einfachsten bis zur sichersten.
Schnelle Lösung: Das WLAN-Passwort ändern
Das ist, als würden Sie das Türschloss austauschen. Gehen Sie im Router in die WLAN-Einstellungen (Wireless Settings, WLAN) und suchen Sie das Feld „Pre-shared Key”, „WPA-Schlüssel” oder einfach „Passwort”. Vergeben Sie ein neues Passwort — und Achtung, machen Sie es ordentlich:
- Mindestens 12 Zeichen
- Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen
- Kein „passwort123” oder „wlanfueralle”
Der Router startet neu und alle Verbundenen werden getrennt. Sie verbinden sich mit dem neuen Passwort neu. Der Nachbar hat Pech gehabt.
Fortgeschrittene Lösung: MAC-Adressfilter
Jedes Gerät hat eine eindeutige MAC-Adresse. Im Router können Sie eine Whitelist anlegen — eine Liste der MAC-Adressen, die sich verbinden dürfen. Alles andere weist der Router ab, selbst wenn es das Passwort kennt.
Diese Methode ist sicherer, hat aber zwei Nachteile:
- Wenn Besuch kommt, müssen Sie dessen Gerät von Hand hinzufügen
- Neuere Handys nutzen aus Datenschutzgründen eine MAC-Adress-Randomisierung, können also jedes Mal anders aussehen
Für einen normalen Haushalt reicht das Ändern des Passworts völlig aus.
Was, wenn Sie einen Router vom Anbieter haben und nicht hineinkommen
Manche Anbieter (vor allem die großen) liefern gesperrte Router. Nur deren Techniker kennt die Zugangsdaten, und Sie kommen nicht in die Einstellungen. In dem Fall:
- Rufen Sie die Hotline an und sagen Sie, dass Sie das WLAN-Passwort ändern möchten — das machen die aus der Ferne
- Oder besorgen Sie sich einen eigenen Router und schalten den Anbieter-Router in den Bridge-Modus — aber das ist schon die anspruchsvollere Konfiguration
Warum es nicht reicht, das Netz zu „verstecken”
Hin und wieder höre ich den Rat: „Schalte das SSID-Senden ab, damit das Netz nicht sichtbar ist.” Das ist, als würde man den Schlüssel unter die Fußmatte legen und so tun, als hätte das Haus keine Tür. Jeder mit ein bisschen Wissen findet Ihr Netz innerhalb weniger Sekunden mit kostenlosen Werkzeugen.
Ein verstecktes Netz erschwert vor allem Ihnen das Leben — jedes neue Gerät müssen Sie von Hand verbinden. Und manche Smart-Geräte (Drucker, IoT) können sich mit einem versteckten Netz gar nicht erst verbinden.
Was tun, wenn es nicht klappt
Es kommt vor, dass die Probleme selbst nach dem Passwortwechsel nicht verschwinden. Oder Sie kommen überhaupt nicht in den Router, weil Sie die Zugangsdaten vergessen haben und die auf dem Aufkleber unleserlich sind. In dem Fall gibt es den harten Reset:
Auf der Rückseite des Routers finden Sie ein kleines Loch mit einem Knopf. Nehmen Sie eine Büroklammer und halten Sie den Knopf 10–15 Sekunden gedrückt (bis die Lämpchen zu blinken beginnen). Der Router kehrt in die Werkseinstellungen zurück — einschließlich Standardpasswort und Netzwerkname.
Achtung: Nach dem Reset müssen Sie das Netz neu einrichten. Wenn Sie sich das nicht zutrauen, wenden Sie sich lieber an jemanden, der sich auskennt. Ein falsch eingerichteter Router kann am Ende verwundbarer sein als vorher.
Wenn Sie professionelle Hilfe brauchen
Manchmal sitzt das Problem tiefer als nur ein Nachbar im WLAN. Wenn es Ihnen nicht gelingt, den Router richtig abzusichern, das Netz auch nach dem Rauswurf der Eindringlinge weiter langsam ist, oder Sie vermuten, dass sich jemand direkt in den Router gehackt hat, ist es Zeit, einen Fachmann zu rufen.
In der Werkstatt begegnen uns Fälle, in denen der Router mit Malware infiziert war, die einem Angreifer eine Hintertür öffnete. Oder Fälle, in denen ein Kunde jahrelang WEP-Verschlüsselung nutzte (die sich in zwei Minuten knacken lässt) und nichts davon ahnte.
Wenn Sie dieses Problem in Brünn haben, schauen Sie auf unsere Seite WLAN-Service Brünn oder rufen Sie uns unter +420 774 777 774 an. Wir kommen vorbei, prüfen die Absicherung Ihres Netzes, richten den Router so ein, dass Sie niemand mehr stört, und sagen Ihnen, wie Sie Ihr Netz künftig im Blick behalten.
Servis PC Brno — wir reparieren Computer und lösen WLAN-Probleme für Haushalte und Firmen in Brünn und Umgebung. Betrieben von ITHOPE s.r.o., seit 2008 in der IT.